5 Gründe für Q3-Ergebnisse von Aphria - CAD500Mio. für 2019 erwartet!!!

Das Unternehmen Aphria (WKN:A12HM0) war der erste große kanadische Marihuana-Züchter, der Mitte April die Verkaufszahlen von 2019 meldete. Der Aktienkurs des Unternehmens sank dann auch – Aphria hatte die Schätzungen der Analysten verpasst.

Für das Quartal zum 28. Februar 2019 verzeichnete Aphria einen Nettoumsatz von 73,6 Millionen Kanadischen Dollar. Obwohl dieser Betrag einen Anstieg von 240 % gegenüber dem Vorquartal und 617 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutete, fiel er unter die durchschnittliche Umsatzschätzung der Analysten von 85,2 Millionen Kanadischen Dollar.

Aphria verzeichnete zudem einen großen Nettoverlust von 108,2 Millionen Kanadischen Dollar bzw. 0,43 Kanadischen Dollar pro Aktie. Analysten erwarteten einen Gewinn pro Aktie von 0,03 Kanadischen Dollar.


Hier sind die fünf Hauptgründe für das Ergebnis.


1. Lieferengpässe

Der Hauptgrund, warum Aphria die Umsatzerwartungen nicht erfüllen konnte, war die Produktionskapazität. Aphria sagte, dass man „die Anbaumethoden im Spätherbst und Frühwinter umgestellt hat“, was langfristig gut sein mag, kurzfristig aber zu Versorgungsengpässen führte.

Allerdings erhielt das Unternehmen nach Abschluss des dritten Quartals sehr gute Nachrichten. Im März erhielt Aphria die Lizenz für die Erweiterung des Werks Aphria One. Diese Lizenz erhöht die jährliche Produktionsrate des Unternehmens auf 115.000 Kilogramm.


2. Schwierigkeiten bei Verpackung und Vertrieb

Ein weiterer Grund für den Umsatzrückgang von Aphria war das, was das Unternehmen als „temporäre Verpackungs- und Distributionsherausforderungen“ bezeichnete. Das Problem ergab sich aus den Verpackungsanforderungen der kanadischen Regierung für Cannabis-Produkte für den legalen Verkauf. Aphria hatte im letzten Quartal vor allem manuelle Prozesse eingeführt und konnte nicht annähernd so viele Produkte verpacken und versenden, wie man es sich gewünscht hätte.

Irwin Simon, Interims-CEO von Aphria, sagte in der Telefonkonferenz, dass Aphria in den kommenden Quartalen die Automatisierung einführen werde. Dies solle dazu beitragen, in Zukunft Engpässe zu vermeiden.


3. Große Investition

Ein Grund dafür, dass Aphria Nettoverluste verkünden musste, war ein Umsatz, der hinter den Erwartungen zurückblieb. Das Unternehmen hatte jedoch Belastungen in Höhe von 50 Millionen Kanadischen Dollar im Zusammenhang mit der Akquisition von LATAM Holdings.

Das war unerwartet viel Geld. Aphrias Finanzvorstand Carl Merton wies jedoch schnell darauf hin, dass Aphria für LATAM Holdings nicht zu viel bezahlt habe. Das nämlich hatten im vergangenen Jahr Leerverkäufer behauptet. Dazu wurde sogar ein Sonderausschuss berufen. Doch auch der konnte keine Unregelmäßigkeiten feststellen.


4. Höhere Ausgaben für den Ausbau der Kapazität

Auch bereinigt um die nicht zahlungswirksamen Abschreibungen verzeichnete Aphria im dritten Quartal immer noch ein negatives EBITDA. Ein wesentlicher Grund dafür war, dass die allgemeinen Verwaltungskosten des Unternehmens aufgrund des geplanten Kapazitätsausbaus drastisch gestiegen sind.

Die Kosten von Aphria in diesem Bereich stiegen im Jahresvergleich auf 22,4 Millionen Kanadische Dollar. Natürlich sollte sich diese Ausgabenerhöhung auszahlen, sobald die zusätzliche Kapazität an den Start geht.


5. Höhere Verpackungs- und Vertriebskosten

Neue Verpackungsanforderungen für den legalen Markt in Kanada führten zu höheren Kosten. Merton sagte, dass sich die Verpackungskosten des Unternehmens pro Gramm Cannabis mehr als verdoppelt hätten.

Die gute Nachricht ist jedoch, dass Aphria bereits seine Verpackung ändern und neue, kostengünstigere Lieferanten ins Boot holen konnte. Dies sollte die Verpackungskosten des Unternehmens in den kommenden Quartalen senken.

Die langfristigen Aussichten von Aphria scheinen jedoch positiv. Das Unternehmen gibt keine Prognose ab, hält aber einen Umsatz von 500 Millionen Kanadischen Dollar im Kalenderjahr 2019 für realistisch und machbar.


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