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AMAZON: EINSTIEG INS MOBILGESCHÄFT?!

Amazon denkt darüber nach, als Teil von Amazon Prime einen kostenlosen oder kostengünstigen Mobilfunkvertrag anzubieten.

Amazon ist dafür bekannt, sein Produktspektrum ständig zu erweitern und in immer neue Geschäftsfelder vorzudringen. Ein weiteres hat der US-Konzern offenbar bereits aufgefunden, weshalb die Aktionäre der Deutschen Telekom offenbar bereits alarmiert sind.

Der Tech-Riese sei in Gesprächen mit mehreren US-Telekomunternehmen, um Kunden des Amazon-Prime-Programms kostengünstig oder sogar kostenlose Mobilfunkdienste anzubieten, meldete die Agentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen

Der Konzern spricht dabei mit Verizon, der Telekom-Tochter T-Mobile US und Dish. Zuvor habe es auch Gespräche mit dem US-Telekomriesen AT&T gegeben.

An der Wall Street rutschten die Aktien von Verizon, AT&T und T-Mobile zwischen 5 und 9 Prozent ab. Auch die Aktien der T-Mobile-Mutter Deutsche Telekom gerieten kräftig unter Druck. Die Aktien verloren zuletzt rund 7,5 Prozent und kosteten 19,49 Euro. Durch den Kursrutsch wurde der bisherige Kursgewinn der Deutschen Telekom im Jahr 2023 fast komplett egalisiert.

Amazon-Titel dagegen gewannen gut 2 Prozent, Dish-Papiere kletterten um knapp 19 Prozent. Bereits in der vergangenen Woche hatte das „Wall Street Journal“ über Gespräche zwischen Amazon und Dish berichtet.

Es könnte mehrere Monate dauern, bis die Pläne umgesetzt würden oder die Idee auch ganz entsprechend verworfen werden könnte, schreibt Bloomberg.

Der Versandriese soll mit oben genannten Anbietern zu möglichst niedrigen Großhandelspreisen verhandeln. Dies würde es dem Unternehmen ermöglichen, seinen Prime-Mitgliedern einen Mobilfunktarif für 10 Dollar pro Monat oder möglicherweise sogar kostenlos anzubieten. Die Gespräche laufen bereits seit sechs bis acht Wochen und schließen zeitweise auch AT&T Inc. ein. Obwohl es sich noch um Ideen handelt, die noch Monate bis zur Markteinführung brauchen oder auch wieder verworfen werden können, reagieren die Investoren begeistert bis erschrocken.

Amazon hatte den Preis für seine Prime-Mitgliedschaft in den USA im vergangenen Jahr von 119 Dollar auf 139 Dollar angehoben und sucht nach Möglichkeiten, die Mitgliedschaft attraktiver zu machen.

Ein Einstieg von Amazon ins Mobilfunkgeschäft könnte die etablierten Unternehmen in dem Bereich durch einen neuen Konkurrenten mit großer Marktmacht in Bedrängnis bringen.

Die Anleger reagierten damit auf die starke Abhängigkeit der Telekom vom besonders lukrativen US-Geschäft. Während der durchschnittliche Umsatz pro Kunde und Monat in Deutschland nur bei rund 20 Euro liegt, sind es in Amerika rund 50 US-Dollar.

Diese Nachricht sei „in ihren Auswirkungen auf die Mobilfunkmärkte eindeutig zu groß, um abgetan werden zu können“, schrieb Analyst Usman Ghazi von der Berenberg Bank. Sie dürften die Branche daher noch eine Weile bewegen. Laut DPA geht er aber davon aus, dass letztlich die Rationalität siegt, denn die Mobilfunkbetreiber dürften „keinen Anreiz haben, Amazon billigen Netzzugang auf Leistungsebene anzubieten“.

Roger Entner, Gründer des Telekommunikationsspezialisten Recon Analytics, sagte dem „Handelsblatt“, dass der Start eines kostenlosen oder sehr günstigen Mobilfunkangebots von Amazon in den USA sehr unwahrscheinlich sei. Der Grund: T-Mobile hätte von einer solchen Partnerschaft wenig zu gewinnen und würde eher Kunden verlieren, die lieber zu einem günstigeren Angebot von Amazon wechseln.

Einerseits könnte ein Amazon-Deal als willkommener Schub für die Großhandelseinnahmen und als Möglichkeit gesehen werden, mehr Verkehr in die neu ausgebauten 5G-Netze zu bringen. Andererseits wäre ein Einstieg von Amazon für etablierte Anbieter gefährlich, wenn Prime Wireless populär wird und beginnt, den Kundenstamm der großen Mobilfunkbetreiber zu untergraben. Flatrates beginnen bei Verizon und T-Mobile bei 60 Dollar pro Monat und bei AT&T bei 65 Dollar. Tarife von zehn Dollar pro Monat oder sogar kostenlose Optionen verändern den Markt.

Wenn Amazon beschließt, einen neuen Markt zu betreten, erzeugt es ein Beben in der Branche. Der in Seattle ansässige Einzelhandelsriese ist bereit und in der Lage, Milliarden US$ für Versand und Filmproduktion auszugeben, um das Wachstum seiner Prime-Mitgliedschaft zu fördern. Mobilfunk-Dienste ist lediglich ein weiterer Bereich, den Amazon nutzen wird, wenn es dadurch einen Vorteil gegenüber Konkurrenten wie Walmart erlangt.

Die Netzbetreiber können Amazon eigentlich nichts abschlagen. Nachdem sie Milliarden von Dollar in superschnelle 5G-Mobilfunknetze mit hoher Kapazität investiert haben, haben die Mobilfunkbetreiber für ihre Investitionen nur wenig vorzuweisen und sind eifrig auf der Suche nach neuen Anwendungen und Absatzmöglichkeiten, die eine gewisse Rendite auf ihre Investitionen abwerfen.

Dish könnte am meisten von einem Deal mit Amazon profitieren. Das Unternehmen versucht, sich zu einem Cloud-basierten Mobilfunkanbieter zu entwickeln, der mit Verizon und AT&T konkurrieren kann. Das Unternehmen ist jedoch hoch verschuldet und sucht nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten für die Einführung seines Mobilfunkdienstes Boost Infinite. Dish arbeitet bereits mit Amazon zusammen, dessen AWS-Sparte Cloud Computing für den Betrieb des Kernnetzes seines Mobilfunkdienstes bereitstellt, und der Verkauf des Mobilfunkdienstes Boost Infinite über Amazon soll bereits im nächsten Monat beginnen.

„Dies wird als Rettungsanker für Dish angesehen“, so Peter Supino, Analyst bei Wolfe Research, gegenüber Bloomberg.

Für die drei großen Mobilfunkanbieter sei der Markteintritt von Amazon „problematisch“, so Supino. Der europäische Mobilfunkmarkt sei ein gutes Beispiel dafür, wie die Preise der großen Netzbetreiber durch den Markteintritt von Billiganbietern gesunken seien. HotStocks 05.06.2023

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