Asiatische Aktien steigen dank "sehr, sehr guten" Verhandlungen

Die asiatischen Börsen erleben eine klassische Erleichterungsrallye, nachdem US-Präsident Donald Trump sagte, die Gespräche mit China laufen "sehr, sehr gut".

Einige Stunden zuvor hatte Trump bereits angekündigt, dass er sich mit dem chinesische Vize-Premier und Chefunterhändler Liu He am Freitag im Weißen Haus treffen werde. Das gab der Wall Street einen positiven Schub, die mit kräftigen Gewinnen aus dem Handel ging. Der Dow Jones schloss mit einem Plus von 0,57 Prozent, der S&P 500 mit 0,64 Prozent und der Nasdaq 100 mit 0,65 Prozent. Nachbörslich ging es noch weiter nach oben.

"Wir haben soeben eine Verhandlungsrunde mit China hinter uns gebracht, es läuft sehr gut, wir haben morgen wieder eine. Ich treffe mich mit dem Vizepremier drüben im Weißen Haus, und ich denke, es läuft wirklich gut", sagte Trump am Donnerstag. "Wir werden sie (die China-Delegation) morgen sehen, genau hier, und es läuft sehr, sehr gut."

Das Treffen zwischen Trump und Liu im Weißen Haus soll um 20:45 Uhr mitteleuropäischer Zeit (Korrektur: zuvor 19:45 Uhr) beginnen.

Einige Medienhäuser hatten zuvor berichtet, dass das chinesische Verhandlungsteam Washington früher als geplant verlassen könnte, da sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern Anfang dieser Woche weiter eintrübten, als die USA acht chinesische Tech-Unternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt und Visa-Beschränkungen für chinesische Regierungsvertreter erlassen hatten.

Mit den jüngsten Aussagen von Trump und anderen Berichten, wonach China einen Teil-Deal in Betracht zieht und anbietet, mehr Agrarerzeugnisse aus den USA zu kaufen, verbesserte sich auch die allgemeine Marktstimmung. Die Vereinigten Staaten bieten laut Bloomberg eine Aussetzung der Zollerhöhung sowie einen Währungsdeal an. Der "New York Times" zufolge will die Trump-Administration außerdem die Sanktionen gegen den chinesischen Telekommunikationsgiganten Huawei in Teilen aufheben.

"Um einen vorübergehenden Waffenstillstand zu bestätigen, muss US-Präsident Donald Trump am zweiten Tag der Handelsgespräche die US-Zölle, die auf chinesische Waren am 15. Oktober und 15. Dezember in Kraft treten sollen, aussetzen oder aufheben", so die Strategen der DBS Group Research aus Singapur in einer Notiz. Auf längere Sicht bleibe der Handelskrieg zwischen den USA und China aber ungelöst.

"Ein Interimsabkommen zwischen den USA und China liegt trotz des Blacklistings weiterer chinesischer Unternehmen in den USA auf dem Tisch", erklärte die Danske Bank (CSE:DANSKE) in einer Morgennotiz. Ein solcher Deal werde aller Voraussicht nach darin bestehen, dass China mehr landwirtschaftliche Produkte kauft und die USA die Zollerhöhung aussetzen.

Ohne eine Art von Deal zwischen den USA und China an diesem Freitag würde der US-Zollsatz auf chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden Dollar am Dienstag von 25 auf 30 Prozent steigen. Ein weiterer Teil der Zölle kommt am 15. Dezember. Dann werden 15 Prozent auf weitere Güter aus China im Wert von rund 160 Milliarden Dollar fällig. Das dürfte dann insbesondere den US-Konsumenten treffen.

Der Shenzhen-Component, der 500 chinesische A-Aktien umfasst, gewinnt 0,19 Prozent, während der CSI 300, der die 300 wichtigsten Aktien an Chinas Festlandsbörsen beinhaltet, um 0,73 Prozent zulegt. Für den Shanghai-Composite geht es um 0,67 Prozent nach oben. Der ChiNext, der mit der US-amerikanischen Nasdaq verglichen wird, steigt 0,16 Prozent auf 1.986 Punkte.

Der Wechselkurs Dollar/Yuan, der als Proxy für den Handelskrieg gilt, wertete um 0,19 Prozent auf 7,1019 ab.

Hongkongs Hang Seng Index gewinnt 2,56 Prozent.

Der japanische Nikkei 225 steigt 1,09 Prozent, während Südkoreas Leitindex KOSPI um 1,15 Prozent zulegt.

Der australische S&P/ASX 200 gewinnt 0,91 Prozent.

von Robert Zach

Quelle: investing.com



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