Baidu ist Chinas Online-Zukunft

Longleaf Partners Funds erzielt seit über 40 Jahren überdurchschnittliche Renditen für seine Investoren. Der Fonds vertritt einen klassischen Value-Investing-Stil und setzt auf vernachlässigte Branchen, die gerade so gar nicht angesagt sind an der Wall Street. Und sein strategischer Ansatz zahlt sich auf lange Sicht aus Investoren.

Während die Krise in Europa und den USA noch weiter an Fahrt aufnimmt, verhält es sich in China, dem Ursprungsland des Virus, anders herum. In China beginnt langsam die Rückkehr zur Normalität, nachdem die Ansteckungszahlen dort praktisch zum Erliegen gekommen sind. Das kommt den Unternehmen zugute, wie man an der starken Erholung der chinesischen Aktienwerte sieht. Baidu ist von der Kurserholung nicht so betroffen gewesen. Es gehört mit anderen Online-Unternehmen zu den Profiteuren der Krise.

Baidu wird gerne als Chinas Google bezeichnet und die Ähnlichkeit der Geschäftsmodelle ist durchaus auffällig. Wie auch Googles Mutterkonzern Alphabet, betreibt Baidu die gleichnamige Internet-Suchmaschine, mit der man in China Marktführer ist. Der Marktführer Baidu seinen Aufstieg und seine quasi Monopolstellung auch der protektionistischen Politik Chinas zu verdanken, die jahrelang die großen US-Internetgiganten vom chinesischen Markt fernhielten und so eigenen Unternehmen zum Erfolg verhalfen. Trumps Handelskrieg gegen China hat auch zum Ziel, Chinas Märkte für US-Online-Unternehmen zu öffnen.

Als Marktführer hat Baidu lange Zeit von seiner Vormachstellung profitiert. Die Suchmaschine ist das Kerngeschäft, doch Baidu investiert gehörig in andere Bereiche und weist auch hier Patallelen zum US-Pendant Alphabet auf. So mit dem Videoportal iQIYI (vgl. Youtube), der Sparte autonomes Fahren Apollo (vgl. Waymo), der Baidu-Cloud (vgl. Google Cloud) und dem Betriebssystem für das Internet of Things DuerOS (vgl. Android). Und wie bei Alphabet werden diese Bereiche in Zukunft erfolgreiche Einnahmequellen mit einer starken Monetarisierung sein.

Diese zusätzlichen Sparten bedienen Zukunftsthemen und werden sich wie bei Alphabet als "das nächste große Ding" herausstellen. Baidus – und auch Alphabets – Vorteil ist, dass diese Startups nicht von externen Finanzierungen abhängen, sondern innerhalb des Konzerns in Ruhe wachsen und gedeihen können.

Doch hinter dem Konglomerat steckt noch mehr, denn alle Teilbereiche verbindet, dass sie von Künstlicher Intelligenz befeuert werden. Wie eine Spinne im Netzt bildet sich das Zentrum und hilft bei der Weiterentwicklung der einzelnen Teilsegmente. Dabei lernt die KI bei jeder Aufgabenstellung und kann diese neuen Erkenntnisse dann auch den übrigen Anwendungen zur Verfügung stellen.

Die Zeiten des stürmischen Wachstums bei der Suchmaschine liegen hinter Baidu. Die Musik der Zukunft spielt in den anderen Sparten. Nicht nur die Umsätze werden weiter steigen, sondern das Geschäftsmodell auch zu Einnahmen führen und sich langfristig gesehen Richtung nachhaltiger Profitabilität entwickeln. Sobald Investoren das verstehen, wird auch der Markt diesen Segmenten einen eigenen Wert zumessen und damit die Baidu-Aktie vor einer Renaissance stehen. Und auch hier findet sich eine weitere Parallele zu Alphabet. Der zu Beginn erwähnte Fonds spielt den gleichen Schachzug bei beiden Unternehmen, sowohl bei Alphabet als auch bei Baidu. Aus seiner Sicht sind beide keine klassischen Wachstumsunternehmen mehr, sondern Unternehmen, die nach ihrer Substanz bewertet werden sollten. Ein klassischer Value-Ansatz, der mehr als nur gute Chancen hat, sich auf längere Sicht durchzusetzen.

Quelle: HotStocks 30.03.2020



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