Chinesische Aktien gefragt - Mnuchin sagt, Handelsgespräche starten in zwei Wochen

Nach schweren Vortagesverlusten berappelten sich die asiatischen Märkte am Dienstag, nachdem US-Finanzminister Steven Mnuchin sagte, dass man sich in zwei Wochen mit dem chinesischen Vize-Premier Liu He zu Handelsgesprächen treffen werde. Währenddessen erklärte die künftige EZB-Chefin Christine Lagarde, dass der US-Handelskrieg mit China die größte Gefahr für die Weltwirtschaft darstellt.

Chinas Shanghai-Composite und der Shenzhen-Component gewannen 0,77 Prozent bzw. 1,0 Prozent. Der ChiNext, der mit der US-amerikanischen Nasdaq verglichen wird, stieg 1,30 Prozent auf 2.055 Punkte. Hongkongs Hang Seng-Index erholte sich um 0,35 Prozent.

Weiter im Fokus bleiben die Handelsgespräche zwischen den USA und China, über deren Fortgang es zuletzt Verwirrung gab, nachdem eine chinesische Delegation die geplante Reise in die landwirtschaftlich geprägten US-Regionen Montana und Nebraska abgesagt hatten. Dies führte zu Spekulationen, dass die Spannungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften auf der ganzen Welt erneut eskalieren.

Verantwortlich für die kurzfristige Absage war aber nicht China, sondern die USA, wie US-Finanzminister Steven Mnuchin gestern klarstellte. Das sagte er während eines Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah el-Sisi. Trump war über diese Entscheidung nicht sonderlich erfreut.

Trump fragte: "Nur aus Neugierde: Warum war das unsere Anfrage?"

Mnuchin erklärte, dass die US-Seite "keine Verwirrung in Bezug auf die Handelsfragen haben wollte“.

Trump sagte dann: "Ja, aber ich will, dass sie landwirtschaftliche Produkte kaufen."

"Wir wollen, dass sie Agrarprodukte kaufen. Sie haben sich verpflichtet, landwirtschaftliche Produkte zu kaufen. Und das tun sie auch", so die Antwort von Mnuchin auf Trumps Aussagen. "Wir haben entschieden, dass der Zeitpunkt der Reise nicht unbedingt ideal ist, also werden sie das auf nach unseren Treffen verschieben", fügte er hinzu.

In einem separaten Interview mit Fox Business Network sagte Mnuchin: "Es ist ein Zeichen des guten Willens, dass sie (China) wieder am Tisch sitzen und landwirtschaftliche Produkte kaufen".

Der US-Finanzminister kündigte außerdem an, dass man sich in zwei Wochen mit Vize-Premier Liu He treffen werde und fügte hinzu, dass die Unterhändler beider Länder in den Vorgesprächen einige Fortschritte bei der Entschärfung der Handelsspannungen gemacht hätten.

Die Absage des geplanten Trips der chinesischen Delegation in landwirtschaftliche US-Regionen führte zu einem stärkeren Pullback an den Aktienmärkten in den USA und China.

Unterdessen sagte die künftige EZB-Präsidentin Lagarde in einem Interview mit CNBC, dass das größte Risiko für die Weltwirtschaft der Handelskrieg zwischen den USA und China sei.

Lagarde, die aller Voraussicht nach Mario Draghi ab 1. November an der Spitze der Europäischen Zentralbank ersetzen wird, erklärte, die wechselseitigen Zölle werden dem Weltwirtschaftswachstum im Jahr 2020 gut 0,8 Prozent kosten.

"Das ist eine gewaltige Zahl", sagte Lagarde in einem CNBC-Interview mit Sara Eisen. "Es werden weniger Jobs geschaffen. Es werde weniger Geschäfte getätigt. Es werden weniger Investitionen gemacht. Es herrscht größere Unsicherheit. Er (der Handelskrieg) schwebt wie eine große, dunkle Wolke über der Weltwirtschaft."

Der Nikkei 225 stieg um 0,2 Prozent. Masato Ohtaka, Sprecher des japanischen Außenministeriums, sagte Reportern, dass Japan noch bis Ende dieses Monats ein Handelsabkommen mit den USA unterzeichnen will.

Ohtaka teilte mit, dass der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und der japanische Außenminister Toshimitsu Motegi bei einem Treffen in New York im Laufe des Tages noch offene Handelsfragen klären werden.

Der von der Jibun Bank veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für Japan sank von 49,3 auf 48,9 Punkte und markierte damit den tiefsten Stand seit Februar.

Der südkoreanische KOSPI stieg um 0,1 Prozent.

Australiens ASX 200 gewann 0,1 Prozent auf mit 6.757 Zähler.

Quelle: investing.com



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