Trump trifft Xi: 5 Gründe, warum kein Handelskrieg die Welt erschüttern wird

Der Körper der Kanzlerin funkt S.O.S. Ihr Gesundheitszustandist nach einem erneuten Zitteranfall zum Thema geworden – für die Medien, die Parteien und hoffentlich auch für Angela Merkelselbst.

Nur sie kann zur Stunde beurteilen, wie ernst die Lage tatsächlich ist. Ist sie erkrankt oder nur erschöpft? Sind die zu ziehenden Schlussfolgerungen privater oder politischer Natur? Sprechen wir über eine schöpferische Pauseoder befinden wir uns bereits in der Schlussszene einer Ära?

Die Antworten muss Angela Merkelsich zunächst selber geben. Sie sollte mit ihrem Körper und seinen Energiedepotsso umgehen, wie sie es mit dem Land auch getan hat: umsichtig, das Risiko abwägend und dadurch begrenzend. Auch darin liegt die besondere Verantwortungeiner Regierungschefin: Niemand kann ihr Vorschriften machen. Keiner darf sie nach Hause oder ins Bett schicken. „So wahr mir Gott helfe“, hat sie bei ihrer Vereidigung geschworen. Was im Umkehrschluss aber auch bedeutet: Wenn Gott gerade unpässlich ist, muss sie selber sich kümmern.

G20-Gipfel in Osaka: Globaler Handelskrieg als Thema


Dieses Wochenende steht im Zeichen des G20-Gipfelsim japanischen Osaka. Bange Blicke richten sich auf die geplante Begegnung von US-Präsident Trumpmit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping.

Da jede Epoche ihre eigenen Phobien produziert und der Angsthaushalt der Gegenwartsgeneration durch die Klimakatastrophenoch nicht ausgelastet scheint, erlebt nun der globale Handelskrieg seinen Aufstieg zum Angstthemader gehobenen Stände. Ob Chefvolkswirte, Vorstandschefs oder Politiker: Wer etwas auf sich hält, warnt vor den Folgen einer handelspolitischen Auseinandersetzung für Wohlstand und sozialen Frieden.

„Letztendlich ist die Person, welche die Hauptlast dieser Zölle trägt, der Verbraucher“, sagt IWF-Chefin Christine Lagarde. „Die Wahrscheinlichkeit ist, dass alle sich schaden“, meint Finanzminister Olaf Scholz. „Ein Handelskrieg“, so auch der Apokalyptiker und Nobelpreisträger Paul Krugman, „würde die Investitionen erschüttern und zu viel gestrandetem Kapital führen.“

Doch das Angstpotenzial schwindet, sobald man sich in den Datenraum der Weltwirtschaft begibt.

Fünf Gründe

sprechen dagegen, dass Trump und sein Handelskrieg die Welt erschüttern werden:

Erstens:Chinaund Amerika sind zwar die größten Wirtschaftsmächte der Gegenwart. Aber beide produzieren im Wesentlichen für ihre riesigen Binnenmärkte. Hier gibt es keine Zölle und daher auch keinen Zollkrieg.

Zweitens:Der chinesisch-amerikanische Anteil am weltweiten Handel von Waren und Dienstleistungen beträgt nur 3,1 Prozent (siehe Grafik unten). Damit lassen sich Irritationen auslösen, aber keine Weltwirtschaftskrisen.

Drittens:Der Handel zwischen den USA und der Europäischen Union, der immerhin schon 5,1 Prozent des Welthandels ausmacht, kann jederzeit ausgebaut werden. Er wirkt als Schockabsorber.

Viertens:Die weltweit verlegten Wertschöpfungsketten der großen Konzerne reagieren schnell auf die Verlagerungen von Angebot und Nachfrage. Fällt die Produktion in einem asiatischen Land aus, wird sie in einem anderen hochgefahren. So erlebte Taiwanim ersten Quartal 2019 einen Exportanstieg in die USA von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, Südkorealiegt bei 17 Prozent Steigerung seiner US-Exporte. Vietnamkonnte um mehr als 20 Prozent zulegen.

Fünftens:Der Terminus vom amerikanisch-chinesischen Handelskrieg suggeriert, beide Nationen seien in gleicher Weise betroffen. Das ist nicht der Fall. Laut OECD entspricht der Handel mit den USA 3,9 Prozent des chinesischen Bruttosozialprodukts. Der Anteil des amerikanischen Sozialprodukts, der vom China-Handel abhängt, liegt nur bei 1,3 Prozent.


Fazit:Wir erleben nicht das Ende der Globalisierung, sondern lediglich den amerikanischen Versuch, ihre Regeln neu zu interpretieren. Trump möchte die „Terms of Trade“ zu seinen Gunsten verändern. Die Chinesen, die stark von der westlichen Naivität profitiert haben, verlieren nicht ihr Gesicht – nur die Windfall-Profite der letzten Jahre.


Quelle: Focus ( https://www.focus.de/politik/experten/gastbeitrag-von-gabor-steingart-trump-trifft-xi-5-gruende-warum-kein-handelskrieg-die-welt-erschuettern-wird_id_10873331.html )



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